Leitbild

Eine humane alternde Gesellschaft braucht eine kompetente und handlungsfähige ältere Generation, die bereit ist, neue Verantwortungsrollen für sich selbst und die Gesellschaft zu übernehmen. Voraussetzung dafür ist, dass ältere und alte Menschen zu Lernen und Weiterbildung Gelegenheiten bekommen. Nach wie vor bleiben die gesellschaftlichen Ermöglichungsstrukturen auch in den Bereichen von Bildung und Lernen weit hinter den Erfordernissen eines erfüllten und emanzipierten Alters zurück.

Zur Überwindung dieses Widerspruchs zwischen den Potentialen des Alters und den gesellschaftlichen Ermöglichungsbedingungen leistet FoGera systematisch und kontinuierlich einen eigenen Forschungs- und Entwicklungsbeitrag in der Altersbildung (Bildung im Alter und für das Alter). Ziel ist es, Organisationen und Personen zu befähigen, durch Bildungsprozesse Lebensqualität im Alter zu verbessern. FoGera richtet sein Forschungsinteresse auch auf die Gruppe sozial ausgeschlossener älterer Menschen. In den Forschungsvorhaben kommt generell eine differenzierte Geschlechterperspektive zum Tragen.

Unsere Grundprinzipien

  • FoGera ist ein unabhängiges außeruniversitäres Forschungsinstitut, das sich mit Altersbildung in Forschung, Lehre und Praxis befasst.
  • FoGera arbeitet interdisziplinär auf der Basis aktueller gerontologischer und geragogischer Erkenntnisse.
  • FoGera steht wissenschaftstheoretisch für Pluralität. So wird beispielsweise eine gesellschaftskritische und konstruktivistische Herangehensweise, welche die Metaebene der empirischen Forschung ist, als gleichwertig angesehen.
  • FoGera unterscheidet und macht transparent: Empirische Forschung ist wertfrei. Die Auswahl von Forschungsfragen und die Interpretation der empirischen Daten sind wertbezogen.
  • FoGera richtet sich an den Werten der Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft aus, die die Partizipation und Selbstbestimmung älterer Menschen fördern. FoGera steht für das selbstorganisierte, selbstbestimmte und partizipative Lernen, das handlungs- und praxisorientiert ist.
  • FoGera arbeitet praxeologisch: Jede empirische Untersuchung ist praxisbezogen und zugleich theoretisch durchdrungen. Die Theoriewirksamkeit hat sich an ihrer praktischen Problemlösungskompetenz zu beweisen.
  • FoGera setzt sich dafür ein, die Geragogik als eigene Wissenschaftsdisziplin in Theorie und Praxis weiter zu begründen und auszubauen – wie zum Beispiel im Arbeitskreis Geragogik der Sektion IV der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie. Es gilt, Geragogik an den Universitäten/ Hochschulen noch stärker als bisher zu verankern.

Witten, 01.07.2009

 

Leitbild von FoGera
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