Forschungsinstitut Geragogik > Offene Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrtsverbänden – Lernen und Bildung im Alter für ein selbstbestimmtes bürgerschaftliches Engagement in NRW

Offene Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrtsverbänden – Lernen und Bildung im Alter für ein selbstbestimmtes bürgerschaftliches Engagement in NRW

Gefördert durch die

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Projektlaufzeit: 01.09.2004 – 30.08.2007

Projektflyer
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Hintergrund (zum Zeitpunkt der Antragstellung)
Nach wie vor wird der demografische Wandel in der Öffentlichkeit oftmals aus der Per­spek­­tive steigender Kosten für die Alterssicherung betrachtet: dabei wird be­haup­tet, dass der Sozialstaat angesichts des wachsenden Anteils älterer Menschen an der Ge­samtbevölkerung nicht mehr finanzierbar wäre. Dies allein ist eine einseitige und unzureichende Sicht­weise. Die Generation der äl­teren Menschen ist nicht als ökonomi­sche Last zu betrachten, sondern als eine Gruppe mit erheblichen Potenzialen und positi­ver Gestaltungskraft für die Gesellschaft: Die Zahl qualifizierter, selbstbewusster älte­rer Men­schen nimmt zu. Ältere zeichnen sich durch ein beträchtliches Akti­vitäts­poten­zial aus, verfügen über eine Vielzahl an Ressourcen und eine hohe Engagementbe­reit­schaft, die es zu fördern gilt. Insbesondere Ältere haben oft das Interesse, sich ehren­amt­lich zu enga­gie­ren. Sie erkennen, zu einem gelingenden Leben im Alter zählt die Teilhabe am öffentlichen Le­ben in seinen vielfältigen Facetten.

Ziel
Das Projekt strebt die Erforschung und Entwicklung von Qualitätszielen an, die die zukünftige Offene Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrtsverbänden kennzeichnen und die an den Prinzipien des bürgerschaftlichen Engagements und der Selbstorganisation ausgerichtet sind.

Verlauf
Die Qualitätsziele werden induktiv aus den während des Projekts zu generierenden empirischen Daten abgeleitet, in der Praxis erprobt und in einem curricularen Rahmen in Form eines Handbuchs zusammengeführt. Die Datengenerierung umfasst quantitative und qualitative Verfahren.

Während der gesamten Laufzeit des Forschungs- und Entwicklungsprojekts wird methodisch eine dialogische und praxeologische Vorgehensweise realisiert, die die aktive Beteiligung von Seniorinnen und Senioren an der Entwicklung der Qualitätsziele gewährleistet.

Projektphasen im Projekt Altersbildung

Abbildung: Phasenmodell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Projektphase 1
Im Zen­trum der ersten Phase (01.09.2004 – 30.06.2005) stehen die Untersuchung der Ausgangslage sowie die Er­schlie­ßung des Untersuchungsfeldes. Dazu werden folgende em­piri­sche Unter­such­ungs­teile realisiert:

a) Durchführung und Auswertung von leitfadengestützten Experteninterviews mit Funk­tionären aus den Wohl­fahrts­ver­bän­den zur

  • Gewinnung von Informa­tionen über die Be­reiche „Offene Al­ten­arbeit“, „Alters­bil­dung“ und „bürgerschaftliches Enga­gement“ in den verschiedenen Wohlfahrts­ver­­bän­den sowie zur
  • Ermittlung und Auswahl von Good-Practice-Akteuren aus diesen Be­reichen.

b) Durchführung und Auswertung einer Fragebogenerhebung mit den teilneh­men­den und freiwillig engagierten Seniorinnen und Senioren der ausgewählten Good-Practice-Akteure zur

  • Erfassung aktueller Informationen über die Offene Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrts­ver­bän­den,
  • Sammlung von Hinweisen über das Teilnahmeverhalten und das bürgerschaftliche Engagement der in die­sen Angeboten beteiligten bzw. engagierten älteren Menschen so­wie zur
  • Identifikation erster Anhaltspunkte über Anforderungen von Seniorinnen und Senioren an die Qualität Offener Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrtsverbänden.

Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung sind veröffentlicht in der Zeitschrift Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit, Heft 2/2006.

Projektphase 2
Ergänzend zur Datengenerierung im Rahmen der standardisierten Fragebogenerhebung werden in der zweiten Projektphase (01.07.2005 bis 30.11.2005) Themenwerkstätten mit Teilnehmenden und freiwillig Engagierten aus SeniorInnenangeboten der Wohlfahrtsverbände veranstaltet. Hier gilt es, auf der Grundlage der Befragungsergebnisse Leitsätze für eine aus Sicht der Seniorinnen und Senioren gut funktionierende zukunftsträchtige Offene Altenarbeit und Altersbildung zu entwickeln.

Die mittels der Fragebogenerhebung und der Themenwerkstätten erhobenen Daten werden nach ihrer Auswertung induktiv zu Qualitätszielen verdichtet.

Die zum jetzigen Projektzeitpunkt generierten Qualitätsziele sind veröffentlicht in der Zeitschrift forum EB, Heft 1/2006.

Projektphase 3
Die dritte Projektphase (01.12.2005 bis 31.03.2007) sieht die praktische Erprobung und Evaluation der aus den Daten abgeleiteten Qualitätsziele vor. Dies geschieht durch die Planung und Durchführung von Pilotprojekten an zwei Standorten der Good-Practice-Ak­teu­re, in denen die Qualitätsziele verwirklicht werden.

Projektphase 4
In der abschließenden vierten Projektphase (01.04.2007 – 31.08.2007) werden die Qualitätsziele unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus den Pilotprojekten einer wissenschaftlichen Überprüfung und Weiterentwicklung unter­zogen, zu Leitlinien zusammengefasst und in einem Qualitätshandbuch für die Pra­xis veröffentlicht. Für die Präsentation der Projektergebnisse und die Vorstellung des Handbuchs ist die Organisation eines Fachkongresses vorgesehen. 

 

Beirat

Diakonisches Werk der Ev. Kirche Westfalen
Frau Katja Alfing
Friesenring 34
48147 Münster
alfing@dw-westfalen.de

Ev. Erwachsenenbildungswerk Nordrhein e.V.
Herr Gerrit Heetderks
Graf-Recke-Str. 209b
40013 Düsseldorf
heetderks@eeb-nordrhein.de

Paritätischer Wohlfahrtsverband NRW
Frau Andrea Multmeier
Gerichtsstr. 3
46236 Bottrop
multmeier@paritaet-nrw.org

Diözesan-Caritasverband für das Bistum Essen
Herr Christoph Sliwka
Porscheplatz 1
45127 Essen
christoph.sliwka@caritas-essen.de

AG Freie Wohlfahrtspflege,
Arbeitsausschuss Familienbildungsstätten und Weiterbildung
Herr Karl-Jo Schulz-Melzer
Westhellweg 218
58239 Schwerte
schulz@awo-ww.de

Arbeiterwohlfahrt Bezirk Westliches Westfalen e.V.
Herr Klaus Kiesheyer
Kronenstraße 63-69
44139 Dortmund
kiesheyer@awo-ww.de  

Forum Seniorenarbeit
c/o Kuratorium Deutsche Altershilfe
Frau Annette Scholl
An der Pauluskirche 3
50677 Köln
annette.scholl@kda.de

Landesseniorenvertretung NRW
Frau Barbara Eifert
Gasselstiege 13
48159 Münster
eifert@pop.uni-dortmund.de  

Forschungsinstitut Geragogik e.V.
Frau Dr. Renate Schramek
Alfred-Herrhausen-Str. 44
58455 Witten
schramek@fogera.de  

Stiftung für Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen
Herr Wolfgang Heiliger
40213 Düsseldorf
wolfgang.heiliger@sw.nrw.de