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Denk-Raum 50 plus

aktualisiert am 27.04.2017

Das Pilotprojekt „Denk-Raum 50 plus“ der ASG in Düsseldorf wird von FoGera wissenschaftlich begleitet. Hier wird ein neues Format von Bildung im Alter entwickelt und erprobt, das sich an der Selbstbestimmung der Akteure und das Lernen in informellen Kontexten mit organisierten Lernarrangements kombiniert. Dieser Lernansatz wird seit 5 Jahren mit Erfolg umgesetzt.

Denk-Raum 50 plus – ein neues Format von Bildung im Alter

Bisherige Ansätze von Bildungsarbeit stoßen da an ihre Grenzen, wo neue Zielgruppen erreicht werden sollen – also jene, die nicht zum Stammpublikum gehören. Bisher werden – speziell in Großstädten – besonders die bildungsinteressierten unter den Älteren durch viele attraktive Angebote angesprochen. Für diejenigen, die gewohnt sind, die in Vorträgen und Veranstaltungen gegebenen Anregungen aufnehmen und das Neue eigenständig in den eigenen Alltag zu integrieren, bleiben wenige Wünsche offen.  – Auch für diejenigen, die im Engagement Neues hinzulernen wollen, um dann kompetent tätig zu sein, wird vieles angeboten. Um die Kultur des Ehrenamtes ist eine Lernkultur entstanden: Lernen wird als Mehrwert des Engagements definiert. Hier besteht allerdings eine thematische Zielführung: in den Blick genommen werden vornehmlich die Themen, die für das freiwillige Engagement hilfreich sind. – Damit wird gerade für die Generation 50 plus eine Lücke offenbar: die Älteren wollen nicht nur ihre Kompetenzen im Hinblick auf ihr Ehrenamt weiter entwickeln und sich einsetzen. Sie „brauchen auch etwas für sich“ – so formulierte es eine ältere Dame am Rande eines Zukunftskongresses „…und zwar etwas, das nichts mit dem Ehrenamt zu tun hat, dass der eigenen Spur folgt und das Austausch ermöglicht mit anderen, die ähnliche Interessen haben.“

Von dieser Situation ausgehend hat sich vor fünf Jahren ein großer katholischer Bildungsträger – die ASG in Düsseldorf – auf den Weg gemacht, eine neue Form von Bildungsarbeit zu entwickeln und zu erproben, die genau für diesen Personenkreis passt. Entstanden ist ein Pilotprojekt, in dem die Interessierten selbst „das Kommando“ übernehmen und sich ihre Bildung nach eigenen Interessen zum größten Teil selbst gestalten. Mit dem neuen Format „Denk-Raum 50 plus“ liegen nun bereits Erfahrungen vor.

Im Jahr 2015 hat die LAG Kath. Erwachsenen- und Familienbildung NRW und @ba NRW das Projekt „Potenziale der Praxis und innovative Konzeptentwicklung – umfassende Begleitung des demographischen Wandels durch die Weiterbildung“ durchgeführt. In diesem Innovationsprojekt wurden die Aufgaben von Weiterbildung der aktuellen und zukünftigen Bevölkerungsentwicklung von Deutschland – hier anhand des Beispiels von Nordrhein-Westfalen – untersucht und dargestellt. Dabei wurden innovative Angebotsformate ermittelt, welche allen gemeinwohlorientierten Weiterbildungseinrichtungen als „Good-Practice-Beispiele“ vorgestellt werden sollten. Das Angebot Denk-Raum 50 plus kam im Rahmen eines mehrstufigen Auswahlprozesses unter die besten 30 Good-Practice-Beispiele.

Inzwischen hat der Ansatz des Denk-Raums eine nächste Entwicklungsstufe erreicht: Die Idee wurde als Gesamtstrategie für alle Angebote im Bereich einer Bildung für die zweite Lebenshälfte gewählt. Ein neues Team hat sich gefunden, das als „Senioren-Lern-Beirat“ aktiv an der Gestaltung des ASG-Programmes mitwirkt.

 

Weitergehende Informationen finden Sie z. B. hier:

Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Wiss. Begleitung: bubolz-lutz@fogera.de

»Interview zum „Denk-Raum 50 plus“ mit Frau Prof. Dr. Bubolz-Lutz

Qualität Lernen Denkraum 50 plus

https://www.asg-bildungsforum.de/.content/.galleries/allgemeine-downloads/2500_-_Flyer_Das_Aelterwerden_begleiten_2016_02.pdf

Weitere Informationen: www.asg-bildungsforum.de

Nächstes Treffen: 8. Mai 2017, 18.00 – 19.30 Uhr ASG Gerresheimer Str.